Shopware B2B Suite läuft aus: 4 Schritte, um Ihre Preislogik auf B2B Components zu retten

Wer als Hersteller oder Großhändler auf die Shopware B2B Suite gesetzt hat, steht 2026 vor einer Weichenstellung: Das Plugin befindet sich nur noch im Maintenance-Modus. Shopware hat mit den B2B Components und Individual Pricing (verfügbar seit Version 6.7.8) einen Nachfolger geschaffen, der moderne Preislogik verspricht. Doch was bedeutet das konkret für kundenspezifische Preisbücher, Staffelrabatte und Verhandlungspreise? Und wie gelingt der Wechsel, ohne dass der laufende Vertrieb ins Stocken gerät?

Dieser Artikel zeigt vier umsetzbare Schritte, mit denen Sie Ihre B2B-Preislogik strukturiert auf die neue Plattform übertragen. Wer jetzt handelt, sichert sich Planbarkeit und vermeidet teure Notlösungen.

Warum die Shopware B2B Suite nicht mehr weiterentwickelt wird

Die Shopware B2B Suite war über Jahre hinweg das Standardwerkzeug für Hersteller und Händler, die im B2B-Umfeld differenzierte Preismodelle benötigten. Sie ermöglichte kundenspezifische Preisbücher, flexible Rabattstaffeln und Verhandlungspreise, die im Großhandel unverzichtbar sind. Doch mit der Weiterentwicklung von Shopware 6 hat sich die technische Architektur grundlegend verändert. Die alte Suite passt nicht mehr in die modulare, API-first-Struktur, auf die Shopware heute setzt.

Seit Anfang 2026 ist klar: Die B2B Suite erhält keine neuen Features mehr. Sicherheitsupdates und kritische Bugfixes werden zwar noch ausgeliefert, doch strategisch hat Shopware die Weichen auf B2B Components gestellt. Für Unternehmen bedeutet das: Wer heute noch auf der alten Suite arbeitet, läuft Gefahr, mittelfristig mit veralteter Technologie zu operieren. Neue Funktionen, Integrationen und Performance-Verbesserungen bleiben außen vor. Die Frage ist nicht mehr, ob migriert werden muss, sondern wann und wie.

Was sich bei der Preislogik mit B2B Components ändert

Der Wechsel zu B2B Components bringt nicht nur eine neue Benutzeroberfläche, sondern eine grundlegend andere Architektur für die Preislogik. Die Shopware B2B Suite arbeitete mit einem eigenen Preismodul, das weitgehend losgelöst von den Standard-Preisregeln der Plattform funktionierte. B2B Components hingegen integrieren sich direkt in das Core-Preissystem von Shopware 6 und erweitern es um B2B-spezifische Funktionen.

Das neue Modul Individual Pricing übernimmt dabei die zentrale Rolle: Es erlaubt weiterhin kundenspezifische Preise, Staffelrabatte und Festpreise, jedoch auf Basis der nativen Shopware-Datenstruktur. Das hat Vorteile, erfordert aber eine Übersetzung bestehender Preislogik. Prozentrabatte, die in der alten Suite als eigenständige Regel hinterlegt waren, müssen nun als Preis-Regel im neuen System abgebildet werden. Verhandlungspreise, die früher manuell gepflegt wurden, lassen sich jetzt über API-Schnittstellen direkt aus dem ERP synchronisieren.

Wer bislang komplexe Rabattketten oder Sonderkonditionen für Kundengruppen genutzt hat, muss diese Logik neu modellieren. Die gute Nachricht: B2B Components bieten mehr Flexibilität und bessere Performance. Die Herausforderung: Der Wechsel erfordert eine saubere Datenmigration und klare Testprozesse, damit im Live-Betrieb keine Preisfehler auftreten.

4 konkrete Schritte für die Migration Ihrer Preislogik

1. Bestandsaufnahme: Welche Preisregeln nutzen Sie aktuell?

Bevor Sie migrieren, verschaffen Sie sich einen vollständigen Überblick über Ihre bestehende Preislogik. Dokumentieren Sie alle kundenspezifischen Preisbücher, Staffelrabatte, Festpreise und Sonderkonditionen. Prüfen Sie, welche Regeln aktiv genutzt werden und welche historisch gewachsen, aber nicht mehr relevant sind. Eine saubere Bestandsaufnahme spart später Migrationsaufwand und verhindert, dass veraltete Logik ins neue System übernommen wird.

2. Mapping: Übersetzen Sie Ihre Preislogik in die neue Struktur

Erstellen Sie eine Zuordnungstabelle, die jede bestehende Preisregel auf die entsprechende Funktion in Individual Pricing abbildet. Staffelrabatte der alten Suite werden zu Quantity-based Pricing Rules, kundenspezifische Preise zu Customer-specific Prices. Prozentrabatte lassen sich als Preis-Regeln mit Prozent-Modifikator abbilden. Dieser Schritt erfordert technisches Verständnis, sollte aber gemeinsam mit Vertrieb und Controlling erfolgen, um sicherzustellen, dass die Geschäftslogik korrekt übertragen wird.

3. Testumgebung: Migrieren Sie zunächst einen Teilbereich

Richten Sie eine Testumgebung mit Shopware 6.7.8 oder höher ein und übertragen Sie zunächst nur einen repräsentativen Ausschnitt Ihrer Preislogik. Wählen Sie eine Kundengruppe oder Produktkategorie, die typische Preisszenarien abdeckt, und testen Sie alle relevanten Prozesse: Bestellung, Rabattberechnung, Rechnungsstellung. Involvieren Sie Ihr Vertriebsteam und lassen Sie reale Bestellvorgänge durchspielen. Nur so decken Sie Abweichungen auf, bevor sie im Live-System Schaden anrichten.

4. Go-Live-Planung: Migrieren Sie schrittweise, nicht auf einen Schlag

Planen Sie die Migration nicht als Big-Bang-Projekt, sondern in Etappen. Starten Sie mit einer Pilotkundengruppe, überwachen Sie die Preisberechnung engmaschig und holen Sie Feedback aus dem Vertrieb ein. Erst wenn alle Prozesse stabil laufen, weiten Sie die Migration auf weitere Kundengruppen aus. Halten Sie für die ersten Wochen nach dem Go-Live Kapazitäten für Anpassungen bereit und kommunizieren Sie transparent mit Ihren Kunden, falls es zu Verzögerungen kommt.

Fazit: Jetzt handeln, bevor der Handlungsdruck steigt

Die Shopware B2B Suite hat ausgedient. Wer heute noch darauf setzt, verliert mittelfristig den Anschluss an neue Funktionen und riskiert Sicherheitslücken. Der Wechsel zu B2B Components und Individual Pricing ist kein Selbstzweck, sondern eine Investition in eine zukunftsfähige Plattform. Mit einer strukturierten Bestandsaufnahme, sauberem Mapping, gründlichen Tests und einer schrittweisen Migration lässt sich die Preislogik sicher übertragen.

Unternehmen, die jetzt handeln, können den Wechsel in Ruhe planen und testen. Wer wartet, bis die alte Suite keine Updates mehr erhält, gerät unter Zeitdruck und muss mit höheren Kosten rechnen. Nutzen Sie die verbleibende Zeit, um Ihre B2B-Preislogik auf eine solide Basis zu stellen. Ihre Kunden und Ihr Vertrieb werden es Ihnen danken.

Handlungsempfehlung: Lassen Sie Ihre bestehende Preislogik von einem erfahrenen Shopware-Partner analysieren und erstellen Sie einen konkreten Migrationsfahrplan. So behalten Sie die Kontrolle über Kosten, Zeitplan und Risiken.

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Marcel Woywodt

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