
Der IT-Leiter sagt: “Unser ERP kann das nicht.” Der Shopware-Partner fragt: “Welche Schnittstelle hat Ihr ERP?” Und der E-Commerce-Verantwortliche sitzt dazwischen – und weiß: Beide haben recht, aber eine Lösung hat noch keiner geliefert.
Das ist die Realität in vielen mittelständischen Herstellerunternehmen. Das ERP-System – ob SAP, proALPHA, abas, PSIpenta oder eine branchenspezifische Lösung – funktioniert hervorragend für Produktion, Materialwirtschaft und Finanzbuchhaltung. Aber für B2B E-Commerce? Keine Shop-Anbindung. Keine Echtzeit-Bestände für den Webshop. Keine automatisierte Auftragsübernahme. Und eine Schnittstellendokumentation, die zuletzt 2014 aktualisiert wurde.
Die klassische Antwort: “Dann bauen wir eine individuelle Schnittstelle.” Das dauert Monate, kostet fünfstellig – und hält so lange, bis das nächste ERP-Update kommt. Die andere Antwort: “Dann wechseln wir das ERP.” Das dauert Jahre und kostet siebenstellig.
Es gibt einen dritten Weg. Genau den setzen wir bei Commerce Partner für Hersteller und Großhändler im Mittelstand um.
Das Problem: Warum Industrie-ERPs und B2B E-Commerce nicht zusammenpassen
Ein ERP-System, das für die Fertigung gebaut wurde, denkt in Stücklisten, Arbeitsplänen und Kostenstellen. Ein B2B-Onlineshop denkt in Warenkörben, Kundensessions, Echtzeit-Verfügbarkeiten und Checkout-Flows. Diese Welten zu verbinden ist keine Konfigurationsaufgabe – es ist ein Architekturproblem.
Konkret zeigt sich das in fünf typischen Engpässen, die wir aus über 25 Jahren Projekterfahrung kennen: Preise (kundenindividuelle Online-Preise und Staffelpreise fehlen), Bestände (keine Echtzeit-Übersetzung ins Shop-Format), Aufträge (manuelle Nacherfassung im Innendienst), Produktdaten (technische Stammdaten ohne E-Commerce-Attribute) und Kundendaten (völlig unterschiedliche Datenmodelle im ERP vs. Shop).
Die Lösung: Reybex als E-Commerce-Schicht zwischen ERP und Shopware
Statt das Industrie-ERP zu verbiegen oder eine teure Individualschnittstelle zu bauen, setzen wir in diesem Szenario auf eine Zwei-ERP-Architektur: Das bestehende ERP bleibt, wo es ist – und für den E-Commerce-Kanal kommt ein zweites, leichtgewichtiges System dazu: Reybex.
Reybex ist ein Cloud-ERP, das speziell für E-Commerce und Multichannel-Handel entwickelt wurde. Es bringt native Schnittstellen zu Shopware, Marktplätzen (Amazon, Otto, eBay, Kaufland) und Versanddienstleistern mit. Gleichzeitig verfügt es über eine offene API, die den Datenaustausch mit dem bestehenden Industrie-ERP ermöglicht.
Das Ergebnis: Reybex wird zum Übersetzer zwischen der Produktionswelt Ihres ERPs und der Commerce-Welt von Shopware. Es nimmt die Daten, die das Industrie-ERP liefern kann (Stammdaten, Bestände, Preise), übersetzt sie in E-Commerce-taugliche Formate und synchronisiert sie mit Shopware. In die andere Richtung fließen Bestellungen aus dem Shopware-Shop zurück zu Reybex, werden dort zu Aufträgen verarbeitet und – je nach Setup – als Kundenaufträge ins Industrie-ERP übergeben.
Die Architektur: Was fließt wohin
Vom Industrie-ERP zu Reybex: Was synchronisiert wird
Artikelstammdaten (Materialnummern, Bezeichnungen, Gewichte, Einheiten), Lagerbestände, Grundpreise, Kundenstammdaten (Debitorennummern, Zahlungsbedingungen) – je nach ERP über API, CSV-Export/Import oder eine dedizierte Middleware. Die Frequenz hängt vom Anwendungsfall ab: Stammdaten oft täglich, Bestände mehrmals täglich oder in Echtzeit.
Was Reybex daraus macht: Artikelstammdaten werden um E-Commerce-Daten angereichert – Beschreibungstexte, Bilder, Kategorien, Varianten, Shop-spezifische Preise. Bestände werden in ein einheitliches Verfügbarkeitsmodell überführt. Kundenpreise und Konditionen werden für den Shopware-Shop aufbereitet.
Von Reybex zu Shopware: Was Ihre Kunden sehen
Vollständige Produktdaten (inkl. Texte, Bilder, Preise, Bestände, Varianten), Kundendaten, Auftragsstatus – über den nativen Reybex-Shopware-Connector, automatisch in Echtzeit oder in konfigurierbaren Intervallen. Was der B2B-Kunde im Shopware-Shop sieht: aktuelle Bestände, seine individuellen Preise, korrekte Lieferzeiten – ohne dass das Industrie-ERP direkt mit Shopware kommunizieren muss. Die Shopware-Anbindung läuft über einen fertigen Connector, und die ERP-Seite setzt auf Standard-Exportformate.
Warum diese Architektur für Hersteller und Großhändler überzeugt
Das Industrie-ERP bleibt unangetastet. Sie brauchen kein ERP-Migrationsprojekt, keine neuen Lizenzen für das bestehende System, keine monatelangen Anpassungsprojekte.
Time-to-Market in Wochen, nicht Jahren. Sechs Wochen bis zum ersten sichtbaren Ergebnis, zwölf Wochen bis zum produktiven Betrieb sind realistisch. Kein Vergleich zu einem ERP-Migrationsprojekt, das 18–24 Monate dauert.
Multichannel ab Tag eins. Reybex bringt neben der Shopware-Anbindung auch fertige Integrationen für Amazon, eBay, Otto und Kaufland mit. Bestände, Preise und Aufträge werden über alle Kanäle synchronisiert – aus einem System heraus gesteuert.
E-Commerce-Prozesse, die das Industrie-ERP nicht kennt. Reybex übernimmt Prozesse, die in einem Industrie-ERP nicht vorgesehen sind: Versandetiketten drucken, Tracking-Nummern an den Shop zurückmelden, Retouren verarbeiten, Zahlungseingänge abgleichen, Kommissionierscheine mit Laufwegoptimierung erstellen.
Skalierbar und ERP-unabhängig. Wenn Ihr Unternehmen wächst, das ERP gewechselt wird oder ein zweiter Shop dazukommt – Reybex bleibt die stabile E-Commerce-Schicht. Die Abhängigkeit vom Industrie-ERP wird reduziert, nicht erhöht. Wenn Sie irgendwann auf ein moderneres ERP umsteigen, muss der E-Commerce-Kanal nicht neu aufgebaut werden.
Was Ihre B2B-Kunden davon haben
Echtzeitbestände im Shop. Kein “Bitte fragen Sie die Verfügbarkeit an” – sondern eine klare Zahl. Reybex übernimmt die Bestände aus dem Industrie-ERP und gibt sie an Shopware weiter. Kundenindividuelle Preise nach Login. Nicht der Listenpreis, sondern der echte Preis für genau diesen Kunden – gepflegt in Reybex, synchronisiert nach Shopware. Self-Service im B2B-Kundenportal: Nachbestellungen, Rechnungsdownload, Lieferstatus – ohne Anruf, ohne E-Mail, weil die Daten aus Reybex automatisch im Shop ankommen. Innendienst-Entlastung: Keine manuelle Auftragsübernahme mehr, keine Bestands-Rückfragen, kein Rechnungsversand per E-Mail. Die Prozesse, die bisher manuell liefen, laufen jetzt automatisch.
Wann diese Lösung passt – und wann nicht
Diese Zwei-ERP-Architektur passt, wenn Ihr Industrie-ERP keine dokumentierten Shop-Schnittstellen hat oder die vorhandenen Schnittstellen für B2C/B2B-E-Commerce nicht ausreichen, wenn Sie den E-Commerce-Kanal aufbauen wollen ohne ein millionenschweres ERP-Projekt zu starten, wenn Ihr Innendienst aktuell Online-Bestellungen manuell ins ERP überträgt, wenn Sie neben dem eigenen Shopware-Shop auch Marktplätze bespielen wollen und eine zentrale Steuerung brauchen, oder wenn Ihre E-Commerce-Abteilung unabhängig von der IT-Abteilung agieren können soll.
Eher nicht geeignet ist diese Lösung, wenn Ihr Industrie-ERP bereits eine vollständige, stabile E-Commerce-Integration mitbringt, wenn Sie ohnehin einen ERP-Wechsel planen und der Zeitpunkt in weniger als zwölf Monaten liegt, oder wenn Ihr Geschäftsmodell ausschließlich auf B2C mit Standard-Preislisten basiert (also keine kundenindividuellen Preise oder Konditionen).
Der Weg zum Setup: Kein Mammutprojekt
Die Zwei-ERP-Architektur klingt nach Komplexität. In der Praxis ist das Gegenteil der Fall – weil die Komplexität auf der Seite des Industrie-ERPs gerade nicht erhöht wird. Das Projekt gliedert sich in drei Phasen:
Phase 1 (Wochen 1–3): Datenanalyse und Schnittstellendesign. Welche Daten kommen aus dem Industrie-ERP? In welchem Format? Wie oft? Was muss Reybex anreichern? Was geht an Shopware weiter? Das Ergebnis ist ein klares Datenfluss-Diagramm.
Phase 2 (Wochen 3–8): Reybex-Setup und Shopware-Anbindung. Reybex wird konfiguriert, der Shopware-Connector aktiviert, Produktdaten importiert und angereichert, Preislogiken eingerichtet, Testbestellungen durchgespielt.
Phase 3 (Wochen 8–12): ERP-Anbindung und Go-Live. Die Schnittstelle zum Industrie-ERP wird eingerichtet und getestet. Bestände fließen, Aufträge werden synchronisiert, der Shop geht live.
Die richtige Frage, die Sie sich jetzt stellen sollten
Nicht: “Kann unser ERP E-Commerce?” – denn die Antwort kennen Sie wahrscheinlich schon.
Sondern: “Wie schnell können wir unseren digitalen B2B-Vertrieb aufbauen, ohne unser ERP zu riskieren?”
Die Antwort: Schneller als Sie denken. Mit einer Architektur, die Ihr bestehendes System respektiert, eine E-Commerce-taugliche Schicht ergänzt und Ihren B2B-Kunden das gibt, was sie erwarten: einen Shop, der funktioniert.
Hier können Sie mehr zu Reybex erfahren: Reybex bei Commerce Partner
Über Commerce Partner
Commerce Partner begleitet Hersteller und Großhändler im Mittelstand beim Aufbau des digitalen B2B-Vertriebs – von der Strategie bis zum laufenden Betrieb. Wir setzen die Kombination aus Reybex und Shopware für Unternehmen um, deren Industrie-ERP nicht für E-Commerce gemacht ist. Von der Architekturplanung über die Reybex-Konfiguration bis zum Shopware-basierten B2B-Kundenportal bauen wir die Brücke zwischen Ihrer Produktionswelt und Ihrem digitalen Vertrieb.
Sprechen Sie uns an – wir zeigen Ihnen in einem kompakten Erstgespräch, ob die Zwei-ERP-Architektur für Ihre Situation passt und wie schnell Sie live gehen können.









