Shopware für B2B: Diese 12 Anforderungen sollten Sie prüfen

Shopware für B2B
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Die wichtigsten Entscheidungskriterien für Ihren B2B-Onlineshop auf Shopware-Basis

Hersteller und Großhändler stehen heute vor der Herausforderung, ihre Vertriebsstrukturen zu digitalisieren. Während der E-Commerce im B2C-Bereich längst etabliert ist, hinkt der B2B-Sektor oft noch hinterher. Doch die Anforderungen von Geschäftskunden haben sich gewandelt: Sie erwarten heute dieselbe Benutzerfreundlichkeit und Funktionalität, die sie aus dem privaten Online-Shopping kennen – nur mit zusätzlichen B2B-spezifischen Funktionen.

Shopware hat sich als leistungsstarke E-Commerce-Plattform auch im B2B-Bereich etabliert. Doch ist sie wirklich die richtige Wahl für Ihr Unternehmen? In diesem Artikel erfahren Sie, welche 12 kritischen Anforderungen Sie prüfen sollten, bevor Sie sich für Shopware als Ihre B2B-Plattform entscheiden.


Warum B2B-E-Commerce besondere Anforderungen stellt

Anders als im B2C-Geschäft geht es im B2B nicht um spontane Einzelkäufe, sondern um komplexe Beschaffungsprozesse. Geschäftskunden erwarten individuelle Preise, maßgeschneiderte Sortimente und spezifische Bestellprozesse. Eine Standard-Shop-Lösung reicht hier meist nicht aus.

Die Entscheidung für das richtige Shop-System ist daher von strategischer Bedeutung. Shopware bietet mit seinen B2B-Erweiterungen viele Möglichkeiten – aber decken diese wirklich alle Ihre spezifischen Anforderungen ab?


Die 12 entscheidenden B2B-Anforderungen an Shopware

1. Kundenindividuelle Preise

Im B2B-Bereich sind Einheitspreise die Ausnahme. Stattdessen erwarten Ihre Kunden:

  • Nettopreise mit automatischer Steuerberechnung

  • Kundengruppen-spezifische Preislisten

  • Berücksichtigung von Rahmenverträgen

  • Abbildung von Sonderkonditionen und Rabatten


Shopware-Check: Die Grundversion bietet bereits einfache Kundengruppen-Preise. Für komplexere Preisstrukturen benötigen Sie jedoch Erweiterungen wie das B2B-Suite-Plugin oder individuelle Anpassungen. Prüfen Sie genau, ob Ihre spezifischen Preismodelle ohne aufwändige Programmierung umsetzbar sind.



2. Sortimente je Kunde oder Kundengruppe

B2B-Kunden erwarten maßgeschneiderte Produktkataloge:

  • Kundenspezifische Sortimente und Kataloge

  • Einschränkung der Sichtbarkeit bestimmter Produkte

  • Regionale Sortimentssteuerung

  • Markenfreigaben für bestimmte Händler


Shopware-Check: Mit der Customer Streams-Funktion und entsprechenden B2B-Erweiterungen lassen sich kundenspezifische Sortimente realisieren. Die Komplexität steigt jedoch mit der Anzahl der Kundengruppen und Sortimentsvarianten. Hier sollten Sie besonders auf die Performance achten.



3. Rollen und Rechte im Kundenkonto

B2B-Einkaufsprozesse sind oft mehrstufig:

  • Verschiedene Nutzerrollen (Einkäufer, Genehmiger, Administrator)

  • Freigabeprozesse für Bestellungen

  • Verwaltung mehrerer Standorte unter einem Kundenkonto

  • Budget-Limits für einzelne Nutzer oder Abteilungen


Shopware-Check: Die Standard-Shopware-Version bietet hier wenig Funktionalität. B2B-Plugins erweitern diese zwar, aber prüfen Sie genau, ob die angebotenen Rollenkonzepte zu Ihren internen Prozessen passen. Oft sind hier individuelle Anpassungen notwendig.



4. Schnellbestellung und Nachbestellung

Effizienz ist im B2B-Einkauf entscheidend:

  • Direkteingabe von Artikelnummern (SKUs)

  • Upload von Bestelllisten (CSV, Excel)

  • Speicherbare Bestelllisten für wiederkehrende Bestellungen

  • One-Click-Nachbestellung früherer Aufträge


Shopware-Check: Basis-Funktionen wie die Schnellbestellung sind in B2B-Erweiterungen enthalten. Komplexere Anforderungen wie der Import von Bestelllisten aus ERP-Systemen erfordern jedoch meist individuelle Entwicklung.



5. Angebotsprozess und Anfragefunktion

Viele B2B-Transaktionen beginnen mit einem Angebot:

  • Anfragefunktion statt direktem Kauf

  • Angebotserstellung als PDF

  • Digitale Angebotsannahme im Portal

  • Versionierung von Angeboten


Shopware-Check: Standardmäßig ist Shopware auf direkte Käufe ausgerichtet. Für echte Angebotsprozesse benötigen Sie spezielle B2B-Erweiterungen oder individuelle Entwicklungen. Prüfen Sie, ob die angebotenen Lösungen Ihren Vertriebsprozess korrekt abbilden.



6. ERP-Anbindung als Pflicht

Die nahtlose Integration mit Ihrem ERP-System ist entscheidend:

  • Echtzeit-Verfügbarkeitsanzeige

  • Aktuelle Lieferzeiten

  • Synchronisation von Preisen und Konditionen

  • Digitale Belege und Auftragsstatus

  • Retourenabwicklung


Shopware-Check: Shopware bietet verschiedene Schnittstellen und APIs für die ERP-Integration. Die Qualität der Integration hängt jedoch stark vom eingesetzten ERP-System ab. Für gängige Systeme wie SAP, Microsoft Dynamics oder JTL gibt es Standardkonnektoren, andere erfordern individuelle Entwicklung.



7. Produktdaten-Komplexität

B2B-Produkte sind oft erklärungsbedürftig:

  • Komplexe Produktvarianten

  • Umfangreiche technische Attribute

  • Ersatzteilmanagement

  • Technische Dokumente und Downloads

  • CAD-Dateien und 3D-Modelle

Shopware-Check: Shopware bietet ein flexibles Produktdatenmodell, das sich gut erweitern lässt. Die Herausforderung liegt meist nicht im Shop-System, sondern in der Qualität und Struktur Ihrer vorhandenen Produktdaten. Ein Product Information Management (PIM) kann hier sinnvoll sein.


8. Individuelle Versand- und Lieferlogik

B2B-Lieferungen folgen anderen Regeln als B2C-Sendungen:

  • Management von Teillieferungen

  • Speditionsversand und Palettentransporte

  • Berücksichtigung von Incoterms

  • Buchbare Lieferfenster

  • Abholmöglichkeiten im Lager

Shopware-Check: Die Standardversandoptionen in Shopware sind eher B2C-orientiert. Für komplexere B2B-Logistikanforderungen sind Erweiterungen oder individuelle Entwicklungen notwendig. Besonders die Integration mit Speditionslogistik erfordert oft Spezialentwicklungen.



9. Digitale Bereitstellung von Dokumenten

B2B-Kunden erwarten Zugriff auf alle relevanten Dokumente:

  • Zentraler Download-Bereich für Belege

  • Suchfunktion für Rechnungen und Lieferscheine

  • Wiederholungsrechnungen für Abonnements

  • E-Rechnungs-Kompatibilität (ZUGFeRD, XRechnung)

Shopware-Check: Die Dokumentenverwaltung in Shopware ist grundsätzlich vorhanden, muss aber für professionelle B2B-Anforderungen erweitert werden. Besonders die Unterstützung von E-Rechnungsstandards erfordert oft zusätzliche Entwicklung.


10. Mehrsprachigkeit und internationale Märkte

Globale B2B-Unternehmen benötigen:

  • Mehrsprachige Shop-Oberflächen

  • Währungsumrechnung und lokale Zahlungsarten

  • Länderspezifische Steuerregeln

  • Anpassung der Sortimente nach Regionen

Shopware-Check: Shopware bietet gute Grundfunktionen für internationale Shops. Die Herausforderung liegt meist in der Pflege der Inhalte und der korrekten Abbildung von Steuer- und Rechtsvorschriften verschiedener Länder.



11. SEO und Content im B2B-Kontext

Auch im B2B ist Sichtbarkeit entscheidend:

  • Technische SEO-Optimierung

  • Spezifische Landing-Pages für Produktgruppen

  • Indexierung trotz geschlossener Bereiche

  • Fachgerechter Content für komplexe Produkte

Shopware-Check: Shopware bietet gute SEO-Grundfunktionen. Die besondere Herausforderung im B2B liegt in der Balance zwischen geschützten Kundenbereich (Login) und der Notwendigkeit, von Suchmaschinen gefunden zu werden. Hier sind durchdachte Konzepte gefragt.


12. Betrieb, Sicherheit und Skalierung

Ein professioneller B2B-Shop erfordert:

  • Regelmäßige Updates und Wartung

  • Hohe Performance auch bei Lastspitzen

  • Durchdachtes Rechtekonzept

  • Audit-Log für Sicherheitsüberprüfungen

  • Professionelles Hosting mit Skalierungsmöglichkeiten

Shopware-Check: Shopware ist grundsätzlich eine stabile Plattform. Entscheidend ist jedoch die Qualität der Implementierung und des Hostings. Besonders bei hoher Last durch viele gleichzeitige B2B-Nutzer oder sehr großen Produktkatalogen sollte die Performance im Vorfeld getestet werden.


Fazit: Ist Shopware die richtige Wahl für Ihren B2B-Shop?

Shopware bietet eine solide Grundlage für B2B-E-Commerce, erfordert aber je nach Anforderungsprofil Erweiterungen und individuelle Anpassungen. Die Entscheidung sollte auf Basis Ihrer spezifischen Geschäftsprozesse getroffen werden.

Bedenken Sie: Ein B2B-Shop ist keine einmalige Investition, sondern ein strategisches Projekt, das kontinuierlich weiterentwickelt werden muss. Die anfänglichen Kosten für eine maßgeschneiderte Lösung zahlen sich langfristig durch höhere Effizienz und Kundenzufriedenheit aus.

Unsere Empfehlung:

  1. Erstellen Sie ein detailliertes Anforderungsprofil basierend auf den 12 genannten Kriterien

  2. Priorisieren Sie die Anforderungen (Must-have vs. Nice-to-have)

  3. Lassen Sie sich verschiedene Lösungsansätze mit Shopware demonstrieren

  4. Beziehen Sie Ihr ERP-Team frühzeitig in die Planung ein

  5. Planen Sie nicht nur die Erstimplementierung, sondern auch den laufenden Betrieb


FAQ: Häufige Fragen zu Shopware im B2B-Einsatz

Kann Shopware auch sehr große Produktkataloge mit Hunderttausenden SKUs verarbeiten?

Grundsätzlich ja, aber die Performance hängt stark von der Serverinfrastruktur und der Optimierung des Shops ab. Ab etwa 100.000 Produkten sollten spezielle Maßnahmen zur Performance-Optimierung ergriffen werden, wie Caching-Strategien und eventuell der Einsatz von Elasticsearch.


Wie komplex ist die Integration von Shopware mit unserem bestehenden ERP-System?

Die Komplexität variiert je nach ERP-System. Für gängige Systeme gibt es fertige Konnektoren, die einen Großteil der Arbeit abnehmen. Bei älteren oder stark individualisierten ERP-Systemen kann die Integration aufwändiger sein. Entscheidend ist eine saubere Datenstruktur im ERP-System.


Welche B2B-Funktionen bietet Shopware standardmäßig und welche müssen zugekauft werden?

Die Standardversion von Shopware bietet bereits Kundengruppenpreise und einfache Benutzerkonten. Für umfassende B2B-Funktionalität wie Freigabeprozesse, Budgetverwaltung oder komplexe Preismodelle benötigen Sie entweder das offizielle Shopware B2B-Suite-Plugin oder Lösungen von Drittanbietern.


Wie hoch sind die typischen Kosten für einen Shopware B2B-Shop?

Die Kosten variieren stark je nach Anforderungen. Für einen mittelständischen B2B-Shop mit grundlegenden Funktionen sollten Sie mit einem mittleren fünfstelligen Betrag für die Erstimplementierung rechnen. Bei komplexeren Anforderungen oder umfangreichen Integrationen können die Kosten auch in den sechsstelligen Bereich steigen. Hinzu kommen laufende Kosten für Hosting, Wartung und Weiterentwicklung.


Ist Shopware Cloud (SaaS) auch für B2B-Anwendungen geeignet?

Shopware Cloud (SaaS) bietet zwar Vorteile hinsichtlich Wartung und Updates, ist aber in seiner Anpassbarkeit eingeschränkt. Für komplexere B2B-Anforderungen ist die selbst gehostete Shopware-Version meist die bessere Wahl, da sie mehr Freiheiten bei der individuellen Anpassung bietet.


Möchten Sie erfahren, ob Shopware die richtige Plattform für Ihre spezifischen B2B-Anforderungen ist? Kontaktieren Sie uns für eine unverbindliche Beratung. Als erfahrener E-Commerce-Partner für den B2B-Mittelstand helfen wir Ihnen, die richtige Entscheidung zu treffen und Ihren digitalen Vertrieb erfolgreich aufzubauen.

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