Bestellfreigabe im B2B Kundenportal: Rollen, Rechte und Freigaben richtig abbilden

Warum ein durchdachtes Berechtigungskonzept über den Erfolg Ihres B2B Shops entscheidet

Im B2B Einkauf bestellen selten Einzelpersonen. Meist arbeiten mehrere Mitarbeiter zusammen, oft über Standorte hinweg, mit Budgets, Limits und Freigaben. Wenn Rollen und Rechte im Kundenportal nicht sauber geregelt sind, entsteht Chaos: falsche Bestellungen, Rückfragen, interne Konflikte und im schlimmsten Fall Einsicht in sensible Preise oder Belege.


In diesem Beitrag zeigen wir, wie Sie eine Bestellfreigabe im B2B Shop sinnvoll abbilden, welche Rollen Sie brauchen und wie ein Berechtigungskonzept im Kundenportal aussieht, das in der Praxis funktioniert.


Kurz erklärt: Eine Bestellfreigabe sorgt dafür, dass Bestellungen im B2B Kundenportal erst nach Genehmigung ausgelöst werden. Das schützt Budgets, vermeidet Fehlbestellungen und macht Einkaufsvorgänge nachvollziehbar.


Warum Rollen und Rechte im B2B Einkauf entscheidend sind

Ein B2B Kundenportal ist ein gemeinsames Arbeitskonto. Einkauf, Buchhaltung und manchmal auch Technik greifen auf dieselben Informationen zu. Damit das funktioniert, braucht es ein klares Berechtigungskonzept: Wer darf bestellen, wer darf freigeben, wer darf Belege sehen und wer verwaltet die Benutzer.


In der Praxis zeigt sich fast immer:

  • Mehrere Benutzer im Firmenkonto sind Standard, nicht Ausnahme

  • Standorte und Abteilungen brauchen getrennte Zugriffsrechte

  • Belege und Preise sind sensibel, nicht jeder Mitarbeiter sollte alles sehen

  • Freigabeprozesse schützen Budgets und sorgen für klare Verantwortlichkeiten

Bevor Sie Workflows definieren, sollten Sie die typischen Rollen im Einkauf sauber festlegen.


Typische Rollen im Einkauf: Beispiele aus der Praxis

Admin

Der Admin verwaltet Benutzer, Rollen, Standorte und Lieferadressen. Oft ist er der Hauptansprechpartner auf Kundenseite. Diese Rolle sollte klar definiert sein, damit das Portal im Alltag nicht zur Support Baustelle wird.

Einkäufer

Einkäufer erstellen Warenkörbe, bereiten Bestellungen vor und benötigen Zugriff auf Sortiment, Preise und Verfügbarkeiten. Sie sollten aber nicht zwingend alle Unternehmensdetails und Belege sehen.

Für Einkäufer ist neben Freigaben besonders wichtig, Bestellungen schnell anzulegen, oft per Artikelnummer oder Liste: Schnellbestellung und Bestelllisten im B2B Kundenportal.

Freigebender

Freigebende genehmigen Bestellungen nach Regeln, Betrag, Warengruppe oder Budgetstelle. Dafür brauchen sie Bestellübersicht, Budgetstatus und Historie, damit Entscheidungen nachvollziehbar bleiben.

Buchhaltung oder Rechnungsempfänger

Diese Rolle greift auf Rechnungen, Lieferscheine und Gutschriften zu, ohne Bestellrechte zu benötigen. Sie konzentriert sich auf Belege, Zahlungen und Nachweise.

Viele Portale scheitern daran, dass diese Rollen nicht sauber getrennt sind. Dann bekommen Nutzer entweder zu viele Rechte oder zu wenige. Beides führt dazu, dass wieder per E Mail gearbeitet wird.


Bestellfreigabe abbilden: Workflows, Stufen, Regeln

Eine Bestellfreigabe ist dann gut, wenn sie die Realität Ihrer Kunden abbildet. Nicht zu kompliziert, aber klar genug, damit nichts durchrutscht.

Einstufige Freigabe

Ein Einkäufer legt eine Bestellung an, eine Person gibt frei. Gut für kleinere Kunden oder überschaubare Budgets.

Mehrstufige Freigabe

Zum Beispiel Teamleitung gibt bis Betrag X frei, darüber hinaus Geschäftsführung. Sinnvoll bei höheren Warenkörben oder klaren Kompetenzgrenzen.

Freigabe abhängig vom Warenkorbwert

Klassiker im B2B. Regeln wie ab 1.500 Euro Freigabe nötig, ab 10.000 Euro zweite Freigabe sorgen für klare Strukturen und Kostenkontrolle.

Praxis Tipp: Planen Sie Vertreterregelungen und Eskalationen. Sonst hängt der Einkauf, wenn der Freigebende im Urlaub ist. Ein guter Genehmigungsworkflow kann Freigaben nach definierten Zeiträumen weiterleiten oder Vertretungen abbilden.


Budgets, Kontingente und Bestelllimits je Benutzer oder Rolle

Viele Hersteller und Großhändler möchten nicht jede Bestellung einzeln freigeben. Stattdessen arbeiten Kunden mit Budgetrahmen, Kontingenten oder Bestelllimits je Mitarbeiter, Abteilung oder Standort.

Bewährte Beispiele:

  • Monatliches Budget je Standort

  • Bestelllimit je Rolle, zum Beispiel Einkäufer bis 2.000 Euro ohne Freigabe

  • Kontingente für definierte Warengruppen

  • Budgetfreigabe bei Überschreitung


Budgets funktionieren nur, wenn sie nachvollziehbar sind: Wer hat wann was bestellt, was ist offen, was ist genehmigt. Ein übersichtliches Dashboard für Freigebende und Administratoren sorgt dafür, dass der Freigabeprozess im Webshop im Alltag wirklich genutzt wird.


RBAC einfach erklärt: Rollenbasierte Zugriffskontrolle

RBAC bedeutet rollenbasierte Zugriffskontrolle. Zugriffsrechte werden über Rollen vergeben, nicht individuell pro Nutzer. Das macht die Benutzerverwaltung im B2B Shop deutlich einfacher, weil neue Mitarbeiter nur eine Rolle bekommen und sofort die richtigen Rechte haben.

Ein praktisches Beispiel:

  • Rolle Einkäufer: darf bestellen, darf Preise sehen, darf keine Benutzer verwalten

  • Rolle Freigebender: darf genehmigen, sieht Bestellübersicht, sieht Budgets

  • Rolle Buchhaltung: sieht Belege, darf nicht bestellen


RBAC ist die Grundlage, damit ein Portal bei 20, 50 oder 200 Nutzerkonten nicht zum Verwaltungsproblem wird. Es vereinfacht Onboarding, reduziert Fehler und sorgt für konsistente Berechtigungsstrukturen.


Häufige Fehler in der Rollenverteilung und wie Sie sie vermeiden

Alles oder nichts Rechte

Lösung: Rollen klar trennen, mindestens vier Rollen wie oben beschrieben.

Keine Standorttrennung

Lösung: Standorte als eigene Einheiten im Firmenkonto abbilden, inklusive Lieferadressen und Verantwortlichkeiten.

Freigaben nur manuell per E Mail

Lösung: Genehmigungsworkflow direkt im Portal abbilden. Wenn Freigaben außerhalb des Systems passieren, verliert das Kundenportal einen großen Teil seines Nutzens.

Keine Admin Verantwortung beim Kunden

Lösung: Admin Rolle klar benennen und dokumentieren, inklusive Aufgaben, zum Beispiel Benutzerpflege und Rollenvergabe.

Keine Rechte für Belege

Lösung: Belegzugriff an Rollen koppeln und Buchhaltung separat berücksichtigen, damit sensible Dokumente nicht automatisch für alle Nutzer sichtbar sind.


Checkliste für Ihr Kundenportal: Rollen, Rechte, Freigaben

Nutzen Sie diese Checkliste, um Ihr Berechtigungskonzept zu prüfen:

  • Wir haben ein klares Rollenmodell für Kundenkonten

  • Es gibt eine Admin Rolle pro Kunde

  • Standorte und Abteilungen sind abbildbar

  • Bestellfreigaben sind geregelt, inklusive Vertreterregelungen

  • Budgets und Bestelllimits sind definiert

  • Belege sind rollenbasiert sichtbar

  • Rechte sind dokumentiert: wer darf was und warum

Wenn diese Punkte nicht sauber geklärt sind, bleibt der Einkauf in der Praxis oft bei E Mail und Telefon, egal wie gut das Portal technisch aussieht.


Ihre Kunden werden es Ihnen danken

Ein durchdachtes Berechtigungskonzept mit klaren Rollen und Freigabeprozessen schafft Vertrauen und Sicherheit. Es ermöglicht Ihren B2B Kunden, ihre internen Prozesse effizient abzubilden und gleichzeitig die Kontrolle über Ausgaben zu behalten.

Seit 1999 unterstützen wir bei Commerce Partner B.V. Hersteller und Großhändler dabei, B2B Kundenportale so aufzubauen, dass sie nicht nur technisch funktionieren, sondern die Einkaufsrealität im Unternehmen abbilden. Unsere Erfahrung zeigt: Ein klares Rollen und Rechtekonzept ist oft der Faktor, der über Akzeptanz oder Ablehnung entscheidet.

Wenn Sie sich einen Überblick verschaffen möchten, welche Portal Funktionen insgesamt wichtig sind, lesen Sie auch: B2B Kundenportal: Funktionen, Nutzen und Projektablauf.


Kundenportal Check in 15 Minuten

Wir prüfen gemeinsam, welche Rollen, Rechte und Bestellfreigaben Sie brauchen und wie das mit Belegen, Bestellhistorie und ERP Daten zusammenspielt.

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FAQ: Häufige Fragen zu Rollen und Rechten im B2B Shop

Was ist eine Bestellfreigabe im B2B Shop?

Eine Bestellfreigabe ist ein Prozess, bei dem Bestellungen vor der endgültigen Auslösung durch autorisierte Personen genehmigt werden müssen. Das dient der Kostenkontrolle und der Einhaltung interner Beschaffungsrichtlinien.

Wie funktioniert ein Freigabeprozess im Webshop?

Der Einkäufer erstellt einen Warenkorb und sendet ihn zur Freigabe. Der Freigebende erhält eine Benachrichtigung, prüft die Bestellung und genehmigt oder lehnt ab. Bei Genehmigung wird die Bestellung automatisch ausgelöst.

Wie verwalte ich mehrere Benutzer in einem Firmenkonto?

Über Benutzerverwaltung und Rollen. Ein Administrator im Kundenkonto legt Nutzer an und ordnet sie Rollen zu. So bekommen Mitarbeiter genau die Rechte, die sie benötigen.

Welche Rollen braucht ein B2B Einkauf im Kundenportal?

Mindestens vier Grundrollen sind sinnvoll: Admin für Benutzerverwaltung, Einkäufer für Warenkorb und Bestellung, Freigebender für Genehmigungen und Buchhaltung für Belegzugriff.

Was bedeutet RBAC und warum ist es sinnvoll?

RBAC bedeutet, dass Zugriffsrechte über Rollen vergeben werden. Das vereinfacht die Verwaltung, weil neue Mitarbeiter einfach einer Rolle zugeordnet werden und sofort die richtigen Rechte haben.

Wie lassen sich Budgets und Bestelllimits pro Mitarbeiter abbilden?

Über Budgets pro Zeitraum und Bestelllimits pro Rolle oder Benutzer. Überschreitungen können automatisch einen Genehmigungsworkflow auslösen, sodass Kontrolle und Flexibilität zusammenpassen.

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