Artikelnummer-Suche im B2B-Shop: 5 Regeln für Treffer in Sekunden

Kategorie Preise & Prozesse | Commerce-Partner

Einkäufer im B2B kennen ihre Artikelnummern auswendig. Sie tippen die SKU ins Suchfeld, erwarten das richtige Produkt und wollen bestellen. Wenn die Suche keine Treffer liefert oder falsche Ergebnisse zeigt, brechen sie ab. Der Umsatz bleibt aus, die Frustration steigt.

Mit dem Release 6.7.11 im Juni 2026 hat Shopware die Such- und Weiterleitungsfunktion deutlich verbessert, besonders für B2B-Szenarien. Hersteller und Großhändler können nun gezielt die Artikelnummer-Suche optimieren und Einkäufern genau die Treffer liefern, die sie erwarten. Dieser Artikel zeigt fünf konkrete Regeln, mit denen die Produktsuche im B2B-Shop in Sekunden zum richtigen Ergebnis führt.

Warum die Artikelnummer-Suche im B2B entscheidend ist

Im B2C-Umfeld stöbern Kunden oft durch Kategorien, lassen sich von Bildern inspirieren und vergleichen Produkte. Im B2B läuft der Bestellprozess anders. Einkäufer haben klare Listen, kennen die benötigten Produkte und wollen schnell nachbestellen. Die Artikelnummer ist ihr primäres Suchkriterium. Wie sich wiederkehrende Bestellungen zusätzlich beschleunigen lassen, zeigt der Beitrag zu Schnellbestellung und Bestelllisten im B2B-Kundenportal.

Eine schlecht konfigurierte Suche kostet Zeit und Nerven. Wenn ein Einkäufer die SKU eingibt und keine Treffer erhält, versucht er es vielleicht ein zweites Mal. Beim dritten Fehlversuch greift er zum Telefon oder schreibt eine E-Mail. Der digitale Vertriebskanal hat versagt, obwohl das Produkt verfügbar wäre.

Die Folgen sind messbar: höhere Prozesskosten im Vertrieb, frustrierte Kunden und verpasste Umsätze. Eine präzise Artikelnummer-Suche ist kein Nice-to-have, sondern ein entscheidender Faktor für die Vertriebseffizienz im B2B-Shop.

Regel 1: Alle relevanten Identifikatoren durchsuchbar machen

Artikelnummern sind nicht gleich Artikelnummern. In der Praxis kommen verschiedene Bezeichnungen zum Einsatz: die interne SKU, die EAN, die Herstellernummer, die Kundenartikelnummer oder auch alte Bestellnummern aus Legacy-Systemen. Einkäufer nutzen, was sie kennen.

Ein B2B-Shop muss alle diese Identifikatoren durchsuchbar machen. Das bedeutet konkret: Die Suchfunktion muss nicht nur das Produktnummernfeld durchsuchen, sondern auch Varianten, Attribute und Metadaten. Wer eine EAN eingibt, soll das Produkt finden. Wer die alte Bestellnummer aus dem ERP-System verwendet, ebenfalls.

In Shopware lässt sich das über Custom Fields und die Konfiguration der Suchalgorithmen abbilden. Wichtig ist, dass alle Felder, die eine Artikelnummer enthalten könnten, im Suchindex hinterlegt sind. Wer hier sauber arbeitet, reduziert Suchabbrüche drastisch.

Regel 2: Tippfehler-Toleranz und Synonyme einbauen

Menschen machen Fehler. Ein vertauschter Buchstabe, eine vergessene Ziffer oder ein Zahlendreher gehören zum Alltag. Im B2C-Umfeld mag das ärgerlich sein, im B2B kann es den Bestellprozess stoppen.

Eine moderne Suchfunktion im B2B-Shop sollte Tippfehler tolerieren und trotzdem das richtige Produkt liefern. Fuzzy-Search-Algorithmen erkennen ähnliche Schreibweisen und schlagen Alternativen vor. Shopware 6.7.11 hat diese Funktion weiter verbessert, sodass auch bei leichten Abweichungen relevante Treffer angezeigt werden.

Zusätzlich helfen Synonyme. Wenn ein Kunde nach „Art.-Nr." sucht, sollte das System auch „Artikelnummer", „SKU" oder „Bestellnummer" verstehen. Diese Synonymlisten lassen sich in der Shop-Konfiguration hinterlegen und sorgen dafür, dass die Suche flexibel bleibt, ohne an Präzision zu verlieren.

Regel 3: Direkte Weiterleitung auf Produktseiten einrichten

Wenn ein Einkäufer eine exakte Artikelnummer eingibt, will er nicht auf einer Ergebnisseite landen, die ihm zehn mögliche Treffer präsentiert. Er will direkt auf die Produktseite und bestellen.

Shopware bietet seit dem Update im Juni 2026 verbesserte Weiterleitungsfunktionen. Shops können konfigurieren, dass bei einer eindeutigen Übereinstimmung automatisch auf die Produktseite weitergeleitet wird. Das spart Klicks, beschleunigt den Bestellprozess und erhöht die Conversion Rate.

Wichtig ist dabei die Balance: Die Weiterleitung sollte nur bei exakten Treffern erfolgen. Wenn mehrere Produkte infrage kommen, ist eine Ergebnisseite sinnvoller. Hier helfen klare Filteroptionen und eine übersichtliche Darstellung, damit der Einkäufer schnell das richtige Produkt identifiziert.

Regel 4: Filter und Facetten gezielt einsetzen

Nicht immer kennt der Einkäufer die exakte Artikelnummer. Manchmal sucht er nach einer Produktgruppe oder einer bestimmten Variante. Hier kommen Filter und Facetten ins Spiel.

Im B2B-Kontext sind das oft technische Merkmale: Größe, Material, Farbe, Gewicht oder Anschlussnorm. Wer diese Attribute sauber im PIM-System pflegt und im Shop als Filter bereitstellt, ermöglicht eine präzise Eingrenzung. Der Einkäufer gibt die Artikelnummer ein, erhält mehrere Treffer und kann dann über Filter die richtige Variante auswählen.

Wichtig ist, dass die Filter logisch strukturiert sind und die Sprache der Zielgruppe sprechen. Ein Elektrohändler nutzt andere Begriffe als ein Maschinenbauer. Wer hier auf Fachjargon setzt, erleichtert die Produktsuche im B2B erheblich.

Regel 5: Suchabbrüche messen und optimieren

Die beste Suchfunktion nützt nichts, wenn niemand überprüft, ob sie funktioniert. Suchabbrüche sind ein klares Signal: Einkäufer haben etwas gesucht, aber nicht gefunden. Diese Daten sind Gold wert.

Moderne Shop-Systeme wie Shopware bieten Analysetools, die zeigen, welche Suchbegriffe keine Treffer liefern. Wer diese Daten regelmäßig auswertet, erkennt Muster: Gibt es häufig gesuchte Artikelnummern, die nicht gefunden werden? Fehlen bestimmte Synonyme? Sind alte Bestellnummern nicht hinterlegt?

Die Optimierung der Artikelnummer-Suche ist kein einmaliges Projekt, sondern ein kontinuierlicher Prozess. Wer Suchabbrüche misst, lernt, wo Nachbesserungsbedarf besteht. Das Ergebnis: weniger Frustration, mehr Bestellungen, höhere Vertriebseffizienz.

Technische Umsetzung: Was Hersteller beachten sollten

Die fünf Regeln klingen logisch, doch die Umsetzung erfordert Klarheit über Datenquellen, Systemarchitektur und Prozesse. Viele B2B-Shops scheitern nicht an der Technik, sondern an unsauberen Stammdaten.

Artikelnummern müssen im ERP, im PIM und im Shop identisch sein. Wenn verschiedene Systeme unterschiedliche Bezeichnungen verwenden, funktioniert die Suche nicht. Wer hier sauber aufräumt, spart sich später viele Probleme.

Zusätzlich sollten Hersteller und Großhändler die Suchfunktion regelmäßig testen. Was passiert, wenn ein Einkäufer eine alte Artikelnummer eingibt? Wie reagiert das System auf Tippfehler? Werden alle Varianten gefunden? Diese Tests decken Schwachstellen auf, bevor sie Kunden frustrieren.

Praxisbeispiel: Vom Suchabbruch zur Conversion

Ein mittelständischer Großhändler für Industriebedarf stellte fest, dass ein erheblicher Teil der Suchanfragen im Shop zu keinem Ergebnis führte. Die Analyse zeigte: Einkäufer gaben alte Bestellnummern aus dem ERP-System ein, die im Shop nicht hinterlegt waren.

Die Lösung: Alle historischen Artikelnummern wurden als Custom Fields im Shop hinterlegt und in den Suchindex aufgenommen. Zusätzlich wurde eine Fuzzy-Search-Funktion aktiviert, die Tippfehler toleriert. Nach der Optimierung sank die Suchabbruchrate deutlich und die Conversion Rate im Shop verbesserte sich spürbar.

Dieses Beispiel zeigt: Die Artikelnummer-Suche ist kein technisches Detail, sondern ein direkter Hebel für Umsatz und Kundenzufriedenheit.

Häufige Fehler bei der Konfiguration

Viele B2B-Shops machen ähnliche Fehler bei der Einrichtung der Suchfunktion. Der häufigste: Die Suche ist auf den Produktnamen optimiert, nicht auf die Artikelnummer. Im B2C mag das funktionieren, im B2B führt es zu Frustration.

Ein weiterer Fehler: Zu strikte Suchalgorithmen. Wenn das System nur bei exakter Übereinstimmung Treffer liefert, gehen viele Bestellungen verloren. Eine gewisse Toleranz bei Tippfehlern und Schreibweisen ist im B2B unverzichtbar.

Auch die Vernachlässigung von Synonymen und alternativen Bezeichnungen ist ein Problem. Einkäufer nutzen unterschiedliche Begriffe für dieselbe Sache. Wer diese Vielfalt nicht abbildet, verliert Kunden.

Die Rolle der Datenqualität

Keine noch so gute Suchfunktion kann schlechte Stammdaten kompensieren. Wenn Artikelnummern inkonsistent gepflegt sind, fehlen oder doppelt vorkommen, funktioniert die Suche nicht.

Hersteller und Großhändler sollten daher vor der Optimierung der Suchfunktion ihre Datenqualität überprüfen. Sind alle Artikelnummern eindeutig? Sind EAN und Herstellernummern korrekt hinterlegt? Gibt es Dubletten oder veraltete Einträge?

Ein sauberes PIM-System ist die Grundlage für eine funktionierende Produktsuche im B2B. Wann sich die Einführung eines PIM lohnt, erläutert der Beitrag zur Akeneo-PIM-Einführung im Mittelstand. Wer hier investiert, profitiert nicht nur bei der Suche, sondern auch bei der Anbindung von Marktplätzen, der Pflege von Katalogen und der Integration mit dem ERP.

Messung und kontinuierliche Verbesserung

Die Optimierung der Artikelnummer-Suche endet nicht mit der Einrichtung. Regelmäßige Auswertungen zeigen, wo Nachbesserungsbedarf besteht.

Wichtige KPIs sind: Suchabbruchrate, Conversion Rate nach Suche, durchschnittliche Zeit bis zur Bestellung und Anteil der Direktzugriffe auf Produktseiten. Wer diese Kennzahlen im Blick behält, erkennt Trends und kann gezielt nachjustieren.

Auch Feedback von Einkäufern ist wertvoll. Welche Artikelnummern werden häufig gesucht, aber nicht gefunden? Gibt es wiederkehrende Probleme? Dieses Wissen fließt in die kontinuierliche Verbesserung ein und sorgt dafür, dass die Suchfunktion mit den Anforderungen wächst.

Technologische Entwicklungen und Ausblick

Die Verbesserungen in Shopware 6.7.11 sind ein Beispiel dafür, wie sich Such- und Navigationsfunktionen im B2B weiterentwickeln. Künftig werden KI-gestützte Algorithmen noch präziser arbeiten, Suchmuster erkennen und personalisierte Ergebnisse liefern.

Auch die Integration von Voice Search und mobilen Suchmöglichkeiten wird zunehmen. Einkäufer wollen nicht nur am Desktop suchen, sondern auch unterwegs per Smartphone oder Tablet. Warum das mobile Erlebnis im B2B kein Randthema mehr ist, zeigt der Beitrag zu Mobile-First im B2B-Shop. Wer hier frühzeitig investiert, sichert sich Wettbewerbsvorteile.

Die Artikelnummer-Suche bleibt ein zentrales Element im B2B-Shop. Wer sie konsequent optimiert, schafft eine solide Basis für digitale Vertriebseffizienz und messbare Umsatzsteigerungen.

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Marcel Woywodt

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