
Hersteller und Großhändler mit umfangreichen Sortimenten kennen das Problem: Kunden suchen nach „Edelstahl-Winkel M12 verzinkt", finden aber nur Treffer zu „Winkel" oder „Edelstahl". Die Folge sind Kaufabbrüche, Rückfragen beim Innendienst und verlorene Umsätze. Mit dem Release 6.7.12 hat Shopware im Juli 2026 eine KI-gestützte Produktsuche eingeführt, die mehrteilige Suchanfragen intelligenter verarbeitet. Dieser Artikel zeigt, wie eine KI-Produktsuche im B2B-Shop funktioniert, welchen Nutzen sie bringt und wie die Einführung in fünf konkreten Schritten gelingt.
Warum klassische Suchfunktionen im B2B-Vertrieb an ihre Grenzen stoßen
Im B2B-Geschäft unterscheiden sich Produktsortimente fundamental vom Endkundenhandel. Während ein Konsument nach „rotes Kleid" sucht, benötigt ein Einkäufer im Maschinenbau „Kugellager SKF 6204-2RS1 mit Dichtscheiben". Klassische Suchfunktionen arbeiten mit exakten Wortübereinstimmungen oder einfachen Filtern. Sobald ein Kunde mehrere Attribute kombiniert, versagt das System.
Stellen Sie sich einen Elektrogroßhändler mit 45.000 Artikeln vor. Ein Kunde sucht nach „Kabel NYM-J 5x1,5 100m Trommel". Eine herkömmliche Suche liefert entweder keine Treffer oder Hunderte irrelevante Ergebnisse. Der Kunde ruft den Innendienst an, bindet Ressourcen und verlängert den Bestellprozess. In einer Zeit, in der B2B-Kunden digitale Effizienz erwarten, wird die Suchfunktion zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor. Wie sich exakte Artikelnummern-Treffer ergänzend absichern lassen, zeigt der Beitrag zur Artikelnummer-Suche im B2B-Shop.
Hinzu kommt: Viele Mitarbeiter im Einkauf nutzen unterschiedliche Begriffe für dasselbe Produkt. Was der eine „Schraubverbindung" nennt, heißt beim anderen „Verschraubung" oder „Fitting". Eine intelligente Produktsuche muss diese semantischen Varianten verstehen und trotzdem das richtige Ergebnis liefern.
KI-Produktsuche versteht Kontext statt nur Schlagworte
Die KI-gestützte Produktsuche von Shopware 6.7.12 arbeitet anders als klassische Systeme. Statt einzelne Begriffe isoliert zu prüfen, analysiert die Technologie den Gesamtkontext der Suchanfrage. Das System erkennt, dass „M12" eine Gewindegröße ist, „verzinkt" eine Oberflächenbehandlung beschreibt und „Edelstahl" das Material definiert. Diese Attribute werden intelligent miteinander verknüpft und mit den Produktdaten abgeglichen.
Der entscheidende Vorteil: Die KI-Produktsuche lernt aus dem Verhalten der Nutzer. Wenn Kunden häufig nach „Hydraulikschlauch DN20" suchen und anschließend Artikel mit der Bezeichnung „Hochdruckschlauch 3/4 Zoll" bestellen, erkennt das System die Verbindung. Zukünftige Suchanfragen liefern beide Varianten als Treffer. Diese selbstlernende Komponente macht die Suchfunktion B2B besonders wertvoll für Unternehmen mit technisch komplexen Sortimenten.
Ein weiterer Mechanismus ist die Fehlertoleranz. Tippfehler, abweichende Schreibweisen oder branchenspezifische Abkürzungen werden automatisch korrigiert. Ein Kunde, der „Inbus" eingibt, erhält Treffer zu „Innensechskant", obwohl das Produkt im System unter dem technischen Begriff geführt wird. Für B2B-Shops mit internationalen Kunden bedeutet das: Die intelligente Produktsuche versteht auch englische oder französische Suchbegriffe und ordnet sie den deutschen Produktbezeichnungen zu.
Fünf konkrete Schritte zur Einführung der KI-Produktsuche
Die Implementierung einer KI-Produktsuche im B2B-Shop erfordert keine monatelangen Projekte. Mit einer strukturierten Vorgehensweise lässt sich die Technologie in wenigen Wochen produktiv nutzen.
Schritt 1: Produktdaten strukturieren und anreichern
Die Qualität der Suchergebnisse hängt direkt von der Qualität der Produktdaten ab. Prüfen Sie, ob alle relevanten Attribute wie Material, Maße, Normen und technische Spezifikationen vollständig hinterlegt sind. Nutzen Sie ein Product Information Management System (PIM), um Daten zentral zu pflegen und konsistent in den Shop zu übertragen. Je strukturierter die Daten, desto präziser arbeitet die KI-Produktsuche.
Schritt 2: Shopware 6.7.12 installieren und KI-Modul aktivieren
Das KI-Modul ist Bestandteil von Shopware 6.7.12 und lässt sich über die Administrationsoberfläche aktivieren. Nach der Aktivierung indexiert das System alle Produktdaten neu. Dieser Vorgang kann je nach Sortimentsgröße einige Stunden dauern. Planen Sie die Aktivierung außerhalb der Hauptgeschäftszeiten, um die Performance des Shops nicht zu beeinträchtigen.
Schritt 3: Suchverhalten analysieren und Trainingsphase starten
In den ersten Wochen sammelt die KI-Produktsuche Daten über das Suchverhalten der Nutzer. Werten Sie regelmäßig aus, welche Suchbegriffe häufig verwendet werden und welche Ergebnisse zu Bestellungen führen. Shopware bietet dafür ein integriertes Analyse-Dashboard. Nutzen Sie diese Erkenntnisse, um Synonyme zu hinterlegen oder fehlende Produktattribute zu ergänzen.
Schritt 4: Innendienst einbinden und Feedback-Schleifen etablieren
Ihr Innendienst kennt die typischen Kundenanfragen am besten. Binden Sie das Team aktiv ein und fragen Sie, welche Suchbegriffe bisher zu Rückfragen geführt haben. Diese Informationen helfen, die Suchfunktion B2B gezielt zu optimieren. Etablieren Sie eine regelmäßige Feedback-Schleife, in der das Team Verbesserungsvorschläge einbringt.
Schritt 5: Kontinuierliche Optimierung und Erweiterung
Die KI-Produktsuche ist kein statisches System. Neue Produkte, veränderte Kundenanforderungen und internationale Märkte erfordern laufende Anpassungen. Planen Sie quartalsweise Reviews ein, in denen Sie die Performance der Suche bewerten und Optimierungspotenziale identifizieren. Erweitern Sie das System schrittweise um Features wie Sprachsuche oder visuelle Produkterkennung, sobald die Basis stabil läuft.
Fazit: Schnellere Bestellprozesse durch intelligente Suche
Eine KI-gestützte Produktsuche ist kein technisches Experiment, sondern ein messbarer Wettbewerbsvorteil für B2B-Shops. Unternehmen, die große Sortimente führen, profitieren von kürzeren Bestellzeiten, weniger Kaufabbrüchen und einer spürbaren Entlastung des Innendienstes. Mit Shopware 6.7.12 steht eine ausgereifte Lösung zur Verfügung, die sich in fünf strukturierten Schritten einführen lässt.
Entscheidend ist die Qualität der Produktdaten und die kontinuierliche Optimierung. Wer die Suchfunktion B2B als strategisches Instrument versteht und nicht als einmalige Installation, schafft eine Plattform, die mit den Anforderungen der Kunden wächst. Nutzen Sie die Chance, Ihre digitalen Vertriebskanäle zukunftsfähig aufzustellen und Kunden ein Einkaufserlebnis zu bieten, das Effizienz und Präzision verbindet.




